Selbsterkenntnis

Was im Leben Bedeutung hat, kann ich nicht wie Mathematik oder Englisch von anderen lernen. Das Leben selbst kann ich nicht lernen, ich kann es nur erfahren.

Doch dabei geht es um zwei Dinge, nämlich die Welt und den Kosmos zu erfahren und es geht darum, mich selbst zu erfahren, wie ich mich also in Beziehung zu anderen setze. Doch was ist der Kosmos? Sicher nicht das, was existiert, eher ist es eine Idee, eine wahrscheinlich erstaunlich kleine Anzahl von Axiomen, die die Grundlage der kosmischen Komplexität bilden. Sprechen ich von dem Universum, spreche ich ja über das, was daraus entstanden ist.

Und nicht anders ist es bei mir selbst. Meinen Kern machen einige wenige Axiome aus, etwa das Prinzip der Selbstorganisation, das Eingebundensein in systemische Strukturen und Prozesshaftigkeit, um einige Dinge zu nennen. Wie ich mich in Beziehung setze hängt also von mindestens drei Dingen ab: Wie ich die Situation interpretiere, wie ich die Beziehung gestalte und was ich beabsichtige. Wesen und Persönlichkeit sind also nicht identisch.

Zwischen den grundlegenden Axiomen wie Prinzipien und meinen Beziehungen steht sozusagen das, als der ich mich gerade manifestiere und was andere dann in der Realisation „sehen“ können. Doch das ist definitiv nicht statisch. Also untersuche ich nicht, was mich so hat werden lassen, sondern ich untersuche, wie ich bin – und ob ich damit wirklich einverstanden sein kann.

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